Preisträger 2016

Im Rahmen der 17. Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Angiologie in Dresden ehrte die DGA Wissenschaftler für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Angiologie.

Promotionspreis der DGA für Dr. Franziska Ebertz

Dr. med. Franziska Ebertz

Dr. Franziska Ebertz vom Uniklinikum Carl Gustav Carus in Dresden gewann den DGA-Promotionspreis. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und würdigt die wissenschaftliche Arbeit: “Effectiveness and safety of dabigatran therapy in daily-care patients with atrial fibrillation- Results from the Dresden NOAC RegistryBackground, objective target, study design”.

Hintergrund, Zielsetzung und Studiendesign: Etwa 2 Mio. deutsche Bundesbürger sind derzeit an Vorhofflimmern erkrankt und besitzen dadurch ein um den Faktor 5 erhöhtes Schlaganfallrisiko. Dabigatran (Pradaxa®) ist ein Blutverdünner, mit dem Schlaganfällen bei diesen Patienten vorgebeugt wird. Bezüglich der Wirksamkeit und Sicherheit war Dabigatran in der Zulassungsstudie (selektiertes Patientengut, optimale Studienbedingungen) gegenüber der bisherigen Standardtherapie mit Warfarin mindestens gleichwertig. Das Ziel des regionalen Dresdner NOAC-Registers war es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Dabigatran auch unter Alltagsbedingungen zu untersuchen. Mittels regelmäßiger Telefonvisiten wurden unter Dabigatran aufgetretene Herz- Kreislauf- Erkrankungen, Blutungsereignisse, Therapieabbrüche und Todesfälle evaluiert und Wirksamkeits-, Sicherheits- und Kontinuitätsanalysen erstellt.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 341 Dabigatran- Patienten in das Register eingeschlossen. 46,3% der Patienten nahmen Dabigatran 300mg und 53,7% Dabigatran 220mg ein. Die durchschnittliche Nachbetrachtungszeit betrug 671,2 ± 184,9 Tage. Die Erkrankten der niedriger dosierten Kohorte waren signifikant älter, hatten häufiger relevante Begleiterkrankungen und besaßen demzufolge ein höheres Schlaganfall- und Blutungsrisiko. Bei allen Patienten unter laufender Dabigatran-Therapie ereigneten sich thrombembolische Ereignisse mit einer Häufigkeit von 1,90/100 Patientenjahre (Pj) (Dabigatran 220mg: 2,88/100Pj; Dabigatran 300mg: 0,86/100Pj). Schwerwiegende Blutungen unter Dabigatran ereigneten mit eine Rate von 2,30/100Pj (Dabigatran 220mg: 2,85/100Pj; Dabigatran 300mg: 1,72/100Pj). Mit einer Häufigkeit von 25,80/100Pj wurde die Therapie abgebrochen, meist aufgrund gastrointestinaler Nebenwirkungen und weniger aufgrund von Blutungen.
Schlussfolgerung: An Vorhofflimmern erkrankte Patienten stellen in der alltäglichen Praxis ein multimorbides Patientengut mit erhöhtem Schlaganfall- und Blutungsrisiko dar. Auch bei diesen Patienten zeigte sich Dabigatran als wirksame und sichere Option in der Schlaganfallprävention. Durch eine gewissenhafte Dosis- Auswahl sowie eine sorgfältige Nutzen- Risiko- Abwägung können Therapierisiken, unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen sowie Abbruchraten minimiert werden.

Max-Ratschow-Preis geht an Prof. Dr. Oliver Schlager

Prof. Dr. med. Oliver Schlager

Prof. Dr. Oliver Schlager ist in der Klinischen Abteilung für Angiologie der Universitätsklinik Wien tätig. Der Max-Ratschow-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und würdigt seine Arbeit „Relation of nailfold capillaries and autoantibodies to mortality in patients with Raynaud’s phenomenon.“

Das Raynaud Phänomen ist eine häufige, jedoch nach wie vor vergleichsweise wenig untersuchte Veränderung. Bei Patienten mit Raynaud Phänomen werden routinemäßig mittels Nagelfalzkapillarmikroskopie und mit der Suche nach antinukleären Antikörpern (ANA) und  ANA-subsets zugrundeliegende Bindegewebserkrankungen gesucht.
In unserer Studie haben wir den Zusammenhang zwischen Kapillarveränderungen sowie ANA bzw. ANA-subsets und der Mortalität von Patienten mit Raynaud Phänomen untersucht. Zu diesem Zweck haben wir 2958 Patienten mit Raynaud Phänomen (78% Frauen, medianes Alter 45 Jahre) über einen medianen Zeitraum von 9.3 Jahre beobachtet.
Im Vergleich zu einer demographisch gematchten Standardpopulation zeigte sich eine gesteigerte Mortalität bei Patienten mit Raynaud Phänomen. Bei Männern war die Mortalität größer als bei Frauen mit Raynaud Phänomen. Bei beiden Geschlechtern hing die Mortalität vom Patientenalter und der Nierenfunktion ab.
Bei Frauen mit Raynaud Phänomen waren veränderte Nagelfalzkapillaren, ANA und anti-Scl-70 Antikörper mit einer gesteigerten Mortalität verbunden. Bei Männern hingegen zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen Kapillarveränderungen, Autoantikörpern und der Mortalität.
Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass – speziell bei Frauen – Nagelfalzkapillarmikroskopie und immunologische Laboruntersuchungen nicht nur zur Detektion zugrundeliegender Bindegewebserkrankungen, sondern auch zur Identifikation von Patienten mit erhöhtem Mortalitätsrisiko relevant sind.

Young Investigator Award für PD Dr. Thomas Gremmel

Assoc. Prof. PD Dr. med. Thomas Gremmel

Mit dem YIA wird die beste Abstracteinreichung eines jungen Wissenschaftlers unter 35 Jahren ausgezeichnet. Assoc. Prof. PD Dr. Thomas Gremmel von der Universitätsklinik Wien erhielt den mit 500 Euro dotierten Young Investigator Award (YIA) für seine Arbeit mit dem Titel „Synergistic inhibition of both P2Y1 and P2Y12 adenosine diphosphate receptors as novel approach to rapidly attenuate platelet-mediated thrombosis“.

Objective:
Unlike currently approved adenosine diphosphate (ADP) receptor antagonists, the new diadenosine tetraphosphate derivative GLS-409 targets not only P2Y12 but also the second human platelet ADP receptor P2Y1, and may therefore be a promising antiplatelet drug candidate. The current study is the irst to investigate the in vivo antithrombotic efects of GLS-409.
Approach and Results: We studied (1) the in vivo efects of GLS-409 on agonist-stimulated platelet aggregation in anesthetized rats, (2) the antithrombotic activity of GLS-409 and the associated efect on the bleeding time in a canine model of platelet-mediated coronary artery thrombosis, and (3) the inhibition of agonist-stimulated platelet aggregation by GLS-409 versus selective P2Y1 and P2Y12 inhibition in vitro in samples from healthy human subjects before and 2 hours after aspirin intake. In vivo treatment with GLS-409 signiicantly inhibited ADP- and collagen-stimulated platelet aggregation in rats. Further, GLS-409 attenuated cyclic low variation, i.e., platelet-mediated thrombosis, in vivo in our canine model of unstable angina. The improvement in coronary patency was accompanied by a non-signiicant 30% increase in bleeding time. Of note, GLS-409 exerted its efects without afecting rat and canine hemodynamics. Finally, in vitro treatment with GLS-409 showed efects similar to that of cangrelor and the combination of cangrelor with the selective P2Y1 inhibitor MRS 2179 on agonist-stimulated platelet aggregation in human platelet-rich plasma and whole blood before and 2 hours after aspirin intake.
Conclusions: Synergistic inhibition of both P2Y1 and P2Y12 ADP receptors by GLS- 409 immediately attenuates platelet-mediated thrombosis and efectively blocks agonist-stimulated platelet aggregation irrespective of concomitant aspirin therapy.   
 

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